Mediation (allgem.)
ist ein Verfahren der Konfliktlösung, das in den 70er Jahren in den USA entwickelt wurde und dort mit Erfolg in vielen Lebensbereichen angewendet wird, ursprünglicher Anwendungsbereich waren zunächst vor allem Nachbarstreitigkeiten (Community Mediation).

Die Mediation ist ähnlich wie die Schlichtung darauf gerichtet, mittels eines neutralen Dritten zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Anders als ein Schlichter unterbreitet ein Mediator in der Regel keine eigenen Lösungsvorschläge, sondern beschränkt sich darauf, den Prozess der Erarbeitung von Lösungen zu gestalten - ähnlich einem Moderator. Hierbei kommen dieselben Grundsätze zur Anwendung, die auch für das Sachgerechte Verhandeln ohne Einschaltung eines Dritten gelten (s. sogleich).



Wirtschafts-Mediation oder Business Mediation
Die Chancen Alternativer Streitbeilegung (Alternative Dispute Resolution - ADR) wurden auch für die Wirtschaft entdeckt und entwickelt. Inzwischen haben sich in den USA ca. 600 Unternehmen, die 50 % des Brutto-Sozial-Produkts erwirtschaften, der Verpflichtung unterworfen, vor einem gerichtlichen Streit eine Mediation durchzuführen.

Wir verstehen Wirtschafts-Mediation entsprechend dem anglo-amerikanischen Sprachgebrauch so, dass es um wirtschaftliche Sachverhalte geht, unabhängig ob die Beteiligten Unternehmen sind oder Privatleute, z.B. bei einer Nachfolgeregelung.


Sachgerechtes Verhandeln
nach dem von von Fisher/Ury/Patton in dem gleichnamigen Buch vorgestellten "Harvard-Konzept" (Campus Verlag) und Mediation basieren auf der Erkenntnis, dass das Beharren auf Positionen den Verhandlungserfolg blockieren kann und die Interessen nicht unbedingt optimal wahrt. Daher sollen sich die Parteien über ihre hinter den Positionen stehenden Interessen klar werden, um so gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

So werden häufig im Ergebnis, weit jenseits der vorher für denkbar gehaltenen Positionen, Wege dazu eröffnet, die Interessen beider Seiten bestmöglich zu fördern. Hierbei gilt der Grundsatz: Hart in der Sache und bezüglich der Einhaltung von Verhandlungsspielregeln aber schonend mit den Menschen, damit nicht Angst vor "Gesichtsverlust" gute Lösungen verhindert.


Mediation ohne Juristen?
In der Euphorie über die Möglichkeit, die Einschaltung der Gerichte vermeiden zu können, wird in der Praxis gelegentlich übersehen, dass es bei den meisten Konflikten fast immer (auch) um rechtliche Gestaltungen geht. Wer hier nicht weiß, wie die rechtliche Ausgangslage ist, läuft Gefahr, Vereinbarungen zu treffen, die an dem eigentlichen Problem vorbeigehen und im Ergebnis gar keine Lösung beinhalten. Oder schlimmer noch: In Verkennung der eigenen oder der gegnerischen Rechtsposition werden Zugeständnisse gemacht, die bei richtiger Einschätzung der rechtlichen Ausgangslage niemals gemacht worden wären.

Typisches Beispiel: Über einen "Freier-Mitarbeiter-Vertrag" wird wegen noch ausstehender Zahlungen ein Vergleich geschlossen, aufgrund dessen dann eine "Schlussrechnung" unter Ausweis von Umsatzsteuer erteilt wird. Wenn hierbei übersehen wurde, dass tatsächlich eine Scheinselbständigkeit vorlag, hat dieses gravierende arbeitsrechtliche, sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Folgen (z.B. muss der Unternehmer Sozialversicherungsbeiträge nachentrichten, die er ggf. teilweise vom Freien Mitarbeiter zurückerhalten kann; Lohnsteuer muss noch abgeführt werden; der Unternehmer verliert den Vorsteuerabzug, trotzdem muss der Scheinselbständige die fälschlicherweise ausgewiesene Umsatzsteuer abführen etc.)
Im Übrigen verbietet das Rechtsberatungsgesetz auch rechtliche Beratung durch Nicht-Anwälte - nicht ohne Grund.


Anwaltverbundene Mediation
Inter-professionelle Kooperationen zwischen Anwälten einerseits und Angehörigen psycho-sozialer Berufe andererseits erlauben, je nach Sachverhalt, sowohl den juristischen wie auch den psycho-sozialen Aspekten gerecht zu werden.

Wir als Rechtsanwälte beschäftigen uns daher zusammen mit unserem Kooperationspartner TILMAN METZGER (MENSCH & ORGANISATION IM WANDEL), einem Mediator und Supervisor (i.ü. auch mit einem abgeschlossenen Jura-Studium), damit, die Methoden des Sachgerechten Verhandelns und der Mediation in unsere Beratungspraxis einfließen zu lassen und Modelle für die verschiedenen Fallgestaltungen zu entwickeln, wobei der Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Sachverhalten im weiteren Sinne liegt.

Wir engagieren uns in dem Projekt AnwaltsMediation - Mediation durch Anwälte - in Lüneburg, in dem sich Lüneburger Anwälte zusammen geschlossen haben.

Bitte beachten Sie, dass die Ausführungen keine Rechts- oder sonstige Beratung beinhalten,
diese kann nur bei Kenntnis des jeweiligen Einzelfalls und im Rahmen eines erteilten Auftrags/Mandats erfolgen.

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